Ziele
Beobachtung und Weiterentwicklung der deutschen Rechtschreibung
Bewahrung der Einheitlichkeit der Rechtschreibung im deutschen Sprachraum
Klärung von Zweifelsfällen der deutschen Rechtschreibung
Direkteinstiege
Die Sprache verändere sich ständig, aber die geschriebene Sprache vor allem in Schule, Verwaltung und Rechtspflege müsse eindeutig sein.
Dr. Josef Lange
Der Rat für deutsche Rechtschreibung trauert um seinen ersten Vorsitzenden
Staatsminister a. D. Professor Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair
*23.10.1936 +27.11.2022
Hans Zehetmair hat den Rat für deutsche Rechtschreibung nach dessen Gründung im Jahr 2004 als erster Vorsitzender zwölf Jahre lang geleitet. In dieser Zeit hat er entscheidend dazu beigetragen, die wissenschaftlichen und öffentlichen Auseinandersetzungen um die Reform der deutschen Rechtschreibung beizulegen und zu befrieden. Seine reiche politische Erfahrung, sein Verhandlungsgeschick und sein hohes Ansehen im gesamten deutschsprachigen Raum waren für den Rat von unschätzbarem Wert. Sein Wirken hat dazu geführt, dass er in der Öffentlichkeit vielfach als „Rechtschreibpapst“ bezeichnet wurde.
Der Rat für deutsche Rechtschreibung ist Hans Zehetmair für sein unermüdliches und weitreichendes Wirken als engagierte, empathische und inspirierende Persönlichkeit zu großem Dank verpflichtet. Er wird sein Andenken stets in Ehren halten. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.
Foto: A. Trabold, IDS
Der Rat für deutsche Rechtschreibung trauert um sein langjähriges und verdientes Mitglied:
Herrn Professor Dr. Richard Schrodt.
Er ist am 22.11.2021 nach kurzer Krankheit plötzlich und frühzeitig verstorben.
Richard Schrodt war bis 2013 Professor für Sprachwissenschaft am Institut für Germanistik an der Universität Wien. Sein fachliches Profil, vielfältig wie es war, ist zentral geprägt von seinen Arbeiten zu einer historischen und diachronischen Grammatik des Deutschen. Seine Bedeutung in diesem Feld wird besonders deutlich darin sichtbar, dass er im Jahr 2004 in der Reihe repräsentativer Grammatiken früherer Sprachstufen den Band „Althochdeutsche Grammatik II: Syntax“ vorgelegt hat.
In diesem Jahr setzte er auch seine Beschäftigung mit der deutschen Orthografie als Vertreter Österreichs im damals neu eingesetzten Rat für deutsche Rechtschreibung fort. Er war davor auch schon seit 1997 Mitglied in der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung gewesen. Dem Rat für deutsche Rechtschreibung gehörte er bis zum Ende von dessen zweiter Amtszeit Im Jahr 2016 an.
Er war engagiert im Sinne einer Reform der Orthografie tätig, die empirische Befunde ernstnehmen und daran orientiert sein sollte, auftretende Schwierigkeiten mit der Schreibung auch als Hinweise auf Schwächen der Regelung zu lesen und nicht (nur) als Schwächen der Schreibenden.
Die Arbeit des Rats hat durch Richard Schrodts Engagement und seine Anregungen gewonnen. Der Rat ist ihm zu hohem Dank verpflichtet und wird die Erinnerung an ihn bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.
Der Rat für deutsche Rechtschreibung bekräftigt in seiner Sitzung am 26.03.2021 seine Auffassung, dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen. Dies ist allerdings eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann. Das Amtliche Regelwerk gilt für Schulen sowie für Verwaltung und Rechtspflege. Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.
Gesamte Pressemitteilung als pdf
Anlage 1: Die Entwicklung und Bewertung des Themas „Geschlechtergerechte Schreibung“ in der Beobachtung des Schreibgebrauchs 2018-2020 vom Rat für deutsche Rechtschreibung, gebilligt am 26.03.2021
Anlage 2: Geschlechtergerechte Schreibung: Orthografisch nicht normgerechte Wort- und Satzbildungen
Der Rat für deutsche Rechtschreibung trauert um sein geschätztes, viel zu früh verstorbenes Mitglied
Frau Professorin Dr. Beatrice Primus
Am 29.11.2019 hat Frau Prof. Primus den Kampf gegen ihre schwere Krankheit verloren. Sie war Senior Researcher im Sonderforschungsbereich 1252 „Prominence in Language“ der Universität zu Köln und bis Ende August 2019 Professorin für Sprachwissenschaft des Deutschen an der Universität zu Köln.
Frau Prof. Primus war seit 2014 als Vertreterin der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Mitglied des Rats für deutsche Rechtschreibung und hat sich in wissenschaftlichen Arbeitsgruppen mit großem Engagement, Fachkompetenz und Besonnenheit für die Weiterentwicklung der Rechtschreibung im deutschen Sprachraum eingesetzt. Mit bewundernswerter Energie hat sie noch bis einige Wochen vor ihrem Tod in enger Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen an Texten für den Rat gearbeitet, bevor sie darum gebeten hat, von ihrer weiteren Mitarbeit entbunden zu werden.
Der Rat für deutsche Rechtschreibung ist Frau Prof. Dr. Beatrice Primus für ihr Mitwirken zu großem Dank verpflichtet. Er wird ihr Andenken in Ehren halten. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie.




